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Ne starke Energiequelle-ein Interview über den Forumslader

Veröffentlicht am 30 Juni 2011 17:10 (1896 mal angesehen) 1Kommentare

Im Rad-Forum.de gab es vor längerer Zeit die Idee, ein Ladegerät zu bauen, dass die Energie des Nabendynamos nutzt, um elektronische Geräte zu laden. Was es mittlerweile in ähnlicher Art auch von kommerziellen Anbietern gibt, wurde hier als Gemeinschaftsprojekt zu beachtlicher Leistungsfähigkeit weiterentwickelt. Jens During aus Cottbus hat die Entwicklung auf Forumslader.de dokumentiert und die Forumsentwicklung moderiert und weitergetrieben. Mittlerweile wird der „Forumslader“ auch im Liegeradforum.de weiterentwickelt, wo vor allem Patrick Hagemann, der in Jena Elektrotechnik und Maschinenbau studiert, die Weiterentwicklung vorantreibt. Chris Rückert (BentBlog) sprach nun mit den beiden.

BentBlog: Jens, Du bist die treibende Kraft hinter dem „Forumslader“. Was war die Intention für dessen Entwicklung und was kann man alles damit machen?
Jens: Ich suchte eine leistungsfähige Energiequelle für meine kräftige Selbstbaubeleuchtung- diese sollte sich aber selbst nachladen können damit ich auf dem Arbeitsweg wegen vergessenem Nachladen nicht ohne Licht dastehe (27km einfache Strecke, 15km durch wildschweinreichen Wald). Der erste Eigenbau war daher die öffentliche Standlichtschaltung 12V von Wolfgang Bergter. Diese funktionierte recht gut- ich suchte aber bald nach Möglichkeiten der Leistungssteigerung.
Gleichzeitig entwickelte Markus (cyclist) im Radforum ein Dynamoladegerät für 4 Zellen NiMh- ich brachte manche meiner Ideen hier mit ein und der Ur-Forumslader entstand (jetzt als 6V-Lader bezeichnet weil er mit etwa 6V intern arbeitet).
Um den Anwendungsbereich zu erweitern und die gewonnene Energiemenge zu erhöhen entwickelte ich dann den ersten 12V-Lader, dieser war technisch gesehen ein vereinfachter Lader nach Wolfgang Bergter mit ersten Leistungsverbesserungen. Später wurde durch JohannW eine Langsamfahrstufe angeregt- es entstand der jetzt noch aktuelle 2-stufige Forumslader mit erneuter Leistungsverbesserung und der Möglichkeit USB-Geräte direkt anzuschliessen sowie sehr unterschiedliche Speicherakkus zu verwenden.
Aus meiner Sicht war der entstandene Lader extrem universell verwendbar, enorm leistungsfähig und leicht nachbaubar. Dabei bin ich allerdings von der wohl unrealistischen Annahme ausgegangen, daß jeder entweder selber löten kann oder jemanden kennt welcher ihm dabei hilft...
Zu diesem Zeitpunkt fragte Andreas Oehler nach einem Testexemplar für seinen grossen Gerätevergleich- über die Jahre gab es ja jetzt auch kommerzielle Dynamolader aber noch keinen Vergleich dieser Geräte. Nach dem aus meiner Sicht sensationellen Abschneiden meiner Bastellösung erreichte der Forumslader eine noch nie dagewesene Bekanntheit auch ausserhalb des Radforums.
An einem automatischen Umschalter der beiden Stufen arbeitete ich schon länger, bis zur Bekanntschaft mit Patrick und Malte funktionierte dieser aber noch nicht korrekt.
BentBlog: Habt Ihr damit alle Ziele erreicht, die Ihr Euch für die Entwicklung gestellt habt oder bleibt noch was zu tun?
Jens: Nun, der Nachbauaufwand ist aktuell wohl für viele zu hoch und Potential für weitere Leistungssteigerungen sehe ich auch noch.
Patrick arbeitet vor allem an einer besseren Herstellbarkeit des Forumsladers- auch eine interne Unterspannungsabschaltung geht auf ihn zurück.
BentBlog: Wenn man im rad-forum.de liest, scheint es als würde fast jeder Selbstbauer das Gerät anders bauen, ist diese Flexibilität der große Vorteil Eurer Lösung gegenüber kommerziell angebotenen Geräten?
Jens: Der grösste Vorteil ist die mit Abstand höchste Ladeleistung des Forumsladers gegenüber allen anderen Ladern und die grösste Universalität z.B. durch die Verwendbarkeit von allen 12V-Ladeadaptern aus dem KFZ-Bereich. Es darf auch nicht vergessen werden, daß es zur Entstehungszeit des Forumsladers noch lange keine kommerziellen Dynamolader gab. Im Rad-forum tummeln sich daher alle Gerätegenerationen des Forumsladers und natürlich auch alle individuellen Anpassungen der Grundschaltungen.
BentBlog: Was können denn die kommerziellen Geräte schlechter oder besser?
Jens: Nun, die kommerziellen Geräte sind meist schöner und kleiner- manchmal auch billiger. Es gibt aber keine Lader für Anwender mit grossem Stromverbrauch- für stromautarke Radreisende mit hohem Verbrauch gibt es daher aktuell keine Alternative zum Forumslader (es gibt aktuell mehrere Weltreisende welche von unterwegs ihre Blogs und Webseiten mit einem Netbook aktualisieren- mit Strom aus dem Forumslader).
BentBlog: Muss man Elektroingenieur sein, um den Lader zu bauen? Was benötigt man zum Bau?
Jens: Ingenieur nicht, aber aktuell muss man noch löten und basteln können. Ich stelle maximal fertig bestückte Platinen zur Verfügung- mehr ist zeitlich einfach nicht möglich (eine Situation welche ja Patrick stark verbessern möchte).
BentBlog: Gibt es besondere Ansprüche an den Dynamo, um den Forumslader an diesem zu betreiben?
Jens: Jeder Nabendynamo ohne Spannungsbegrenzung funktioniert hervorragend (das sind praktisch alle üblichen), bei Seitenläufern ist eine interne Anpassung nötig- generell darf es kein geregelter Dynamo sein damit die hohe interne Arbeitsspannung des Forumsladers erreicht werden kann.
BentBlog: Patrick, wie bist Du auf den Forumslader aufmerksam geworden?
Patrick: Ich wurde von einem Forenmitglied gefragt ob ich nicht einen "Forumslader" für Ihn aufbauen könnte. Daraufhin hat er mir einen Link zu Jens Seite geschickt und ich wurde neugierig.
Nach Aufbau eines Laders, kam ich dann mit Jens ins Gespräch ob man den Lader nicht verbessern kann.
BentBlog: Du hast dann im Liegeradforum.de die Initiative ergriffen, den Lader zu modifizieren. Was hat dich am ursprünglichen Gerät gestört?
Patrick: Die "Probleme" des Ursprungsgerätes waren einerseits die extrem zeitaufwendige Fertigung sowie fehlender Akkuschutz. Desweiteren gab es nur eine manuelle Umschaltung der Geschwindigkeitsstufen. Auch das Gehäuse war meist ein Problem, da es alles andere als leicht war die LEDs und Schalter sinnvoll zu positionieren ohne das das Gehäuse riesig wird.
BentBlog: Nun hast Du eine fertige Entwicklungsstufe gefertigt, sind Deine Erwartungen erfüllt?
Patrick: Derzeit werden 5 Prototypen aufgebaut und an 5 Tester ausgeliefert. Einer davon fährt z.B. bei der ROAM mit. Die anderen Tester decken den restlichen Bereich ab. Vom Hobbyfahrer mit 1000km im Jahr, bis zum Tourenradler mit 30000km. Die Lader werden erst mal 1 Monat Probe gefahren. Anschließend gibt’s einen Zwischenbericht. Wenn keine Probleme anstehen, wird der Lader inkl. Schaltpläne usw. öffentlich gemacht (Auf Jens Seite).
Der "Urprototyp" war aber schon recht vielversprechend. Die Ladeleistung war in einem großen Bereich über 10W, die automatische Stufenumschaltung sowie der Akkuwächter funktionierten problemlos. Nun kommt halt der Alltagstest.
BentBlog: Wie einfach ist denn diese Version des Laders zu bauen?
Patrick: Der Lader ist hauptsächlich mit SMD Teilen bestückt. Da diese aber vergleichsweise groß ausfallen ist er sogar etwas "einfacher" als der Alte Lader zu bestücken. Im Regelfall würden wir die Platine aber fertig bestückt ausliefern.
BentBlog: Was sind SMD-Teile? Und warum wird es jetzt leichter den Lader zu bauen?
Patrick: "SMD-Bauteile sind "Surface mounted device" also auf der Oberfläche aufgelötete Bauteile ohne Draht zum "durch die Platine stecken". Somit entfällt das Bohren der Löcher. Desweiteren lassen sich die größeren SMD Bauteile auch noch sehr gut von Hand löten. Die Zeitersparnis durch entfallendes Bohren und Vorbiegen der Bauteile beträgt um die 40%. Ein weiterer Vorteil ist die extreme Vibrationsfestigkeit da das Bauteil direkt auf der Leiterplatte aufliegt.
BentBlog: Wird es ein kommerzielles Angebot des Forumsladers geben?
Jens: Ich möchte den Forumslader gern als öffentliches Projekt beibehalten- wenn dann begabte Bastler dieses Gerät im Freundeskreis nachbauen trifft dies genau den Zweck meiner Veröffentlichung. Auch den Forumslader würde es heute nicht geben, wenn Leute wie Wolfgang Bergter, Olaf Schultz oder Andreas Oehler ihr Wissen für sich behalten hätten. Bei einem kommerziellen Angebot des Forumsladers ist aus meiner Sicht das Interesse an Geheimhaltung der Fertigungsdetails einfach zu hoch (warum sollte z.B. die Firma Bumm den Schaltplan ihres E-Werkes veröffentlichen?).
BentBlog: Vielen Dank für das Gespräch!

Redactie

Kommentare (1)

MaartenSneep

Is dit iets voor CERN's open hardware repository?

MaartenSneep, 08 Jul 2011 22:14

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